Wieder einmal waren viele Interessierte der Einladung nach Oberursel am 11. und 12. Oktober 2018 zum Deutschen Six Sigma Kongress gefolgt, um in ungezwungener Atmosphäre zu fachsimpeln, Erfahrungen auszutauschen und sich über Neuerungen zu informieren.

Neben klassischen Six Sigma Themen berichteten die Referenten über verschiedene Bereiche, in denen Six Sigma zur Anwendung kommen kann. Dies immer authentisch und oft auch mit einer Prise Humor versetzt – Selbstkritik regt zum Denken an. Es wurden keine Hochglanzerfolgsgeschichten erzählt, sondern Erfahrungsberichte ohne Filter wiedergegeben. Ob im Bereich Zuverlässigkeitsmanagement, E-Commerce, Produktion oder Administration, die Berichte deckten sich mit den Erfahrungen des Auditoriums. Dies ergab ein ungefärbtes Bild über die Systematik und ihre Chancen. Auch der Faktor Mensch wurde immer wieder erwähnt und mit den verschiedenen Methoden und Initiativen – wie Six Sigma (DMAIC und DFSS) und Data Mining und Process Mining – in Verbindung gebracht.

Durch den ausgewogenen Mix der Vorträge kam nie Langatmigkeit auf, die individuellen Präsentationsweisen der Akteure sorgten zusätzlich für die nötige Abwechslung.

Die im Impulsvortrag angesprochene Verknüpfung der Methoden und Initiativen wurde von allen Beiträgen gestützt und zogen sich wie ein „roter Faden“ durch die Veranstaltung. Methoden sind nicht dazu da, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, diese ergänzen sich und führen in ihrer gekonnten Kombination zu Business Excellence. So muss man sich nicht Gedanken darüber machen, ob man z.B. Data Mining ODER Six Sigma ODER Process Mining anwenden sollte. Die Kombination von Data Mining UND Six Sigma UND Process Mining führt sicher zum Erfolg.

Doch nicht nur die Methoden gilt es zu kombinieren, auch die Anwender sollten sich auch dieses Jahr wieder vernetzen. Neben vielen Gesprächen in den Pausen konnte dies besonders beim gemeinsamen Grillabend getan werden. In lockerer Atmosphäre wurden viele Themen weiter vertieft.

Im interaktiven Teil des Kongresses wurden verschiedene Themen im kleineren Kreis vertieft. Die Ergebnispräsentationen zeigten in beeindruckender Weise, wie man in – teilweise doch sehr kurzer Zeit – komplexe Themen diskutieren und eine nützliche Essenz daraus ziehen kann.

Im Projektmarktplatz wurden Six Sigma Praxisbeispiele aus Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen präsentiert – ein beeindruckender Nachweis der Wirksamkeit und Akzeptanz der Systematik und sicherlich eine gute Möglichkeit für alle Teilnehmer, weitere Anwendungsfelder zu identifizieren.

Moderierte Case-Studies bildeten am Ende eine gute Möglichkeit, sich in unterschiedlicher Weise mit den Themen auseinanderzusetzen. Ob in der Logistiksimulation mit ferngesteuerten Gabelstaplern, bei der Auswertung von Informationen einer „Big-Data Nudelmaschine“, die Teilnehmer waren mittendrin, statt nur dabei. Planspiele und Datenanalysen wurden lebendig vermittelt, ohne in eine theoretische Vorlesung abzuschweifen.

Quo Vadis Six Sigma?

Oft wurde Six Sigma in der Vergangenheit als „Ausbildungswelle“ interpretiert, die auch wieder abebben wird. Inzwischen zeigt sich, dass Sie wohl eher mit einem Fluss zu vergleichen ist, der durch weitere Zuläufe und der Kombination mit anderen Methoden stetig zu einem mächtigen Strom anwächst.

Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich jedenfalls einig, dass dies nicht das letzte Treffen war, an denen sie sich über den aktuellen „Wasserstand“ informiert haben. Die Planung für den Deutschen Six Sigma Kongress in 2019 läuft schon an. Dieser findet im September 2019 statt. Genauere Informationen finden Sie in Kürze hier. Wir freuen uns auf Sie.